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Spezialseminare

Neben dem Basisseminar und den darauf aufbauenden Erweiterungsseminaren bieten wir in unregelmäßigen Abständen auch Spezialseminare zu ausgewählten Themen an. Diese Veranstaltungen greifen besondere Fragestellungen, Anwendungen oder experimentelle Methoden auf und ermöglichen einen vertieften Einblick in spezifische Aspekte der optischen Messtechnik und Bildgebung. Das Spektrum reicht dabei von praktischen Experimenten über anwendungsorientierte Messmethoden bis hin zu thematischen Exkursen, etwa in die analoge Fotografie.


Spezialseminar »Fotografie in der Praxis«

Neu im Programm ist ein eintägiges Seminar, das sich gezielt den Techniken der Bildaufnahme widmet. Dieses Seminar richtet sich nicht nur an unsere Kunden aus Forschung und Industrie, sondern auch an ambitionierte Profi- und Prosumerfotografen.

Geplante Themen

Vom Photon zum Bild

  • Aufbau und Funktion eines Sensors
  • Rauschquellen und deren Eigenschaften
  • Bayerpattern und X-Trans
 

Belichtung

  • Empfindlichkeit, ISO-Werte und Pixelgrößen
  • Über- und Unterbelichtung
  • Das Belichtungsdreieck: Bewegungsunschärfe, Schärfentiefe, Rauschen
    ➙ Praxistipps
 

Auflösung

  • MTF, inklusive Testaufnahmen mit Siemensstern
  • Gute und schlechte Unschärfe, Moiré-Effekte
  • Beugungsunschärfe und Blende
  • Schärfentiefe, Eintritts- und Austrittspupille
    ➙ Praxistipps
 

Beleuchtung und Reflektivität

  • Abstandsgesetz
  • Glanz und Mattheit
  • Gerichtete Reflexion und Reflexionsgesetz
  • Diffuse Reflexion und das lambertsche Strahlungsgesetz
  • Farbe, Albedo, Remissionsgrad und Kontrast
  • Rayleigh-Streuung (Dunst, Himmelblau)
  • Mie-Streuung (Whitemist-Filter)
  • Tyndall-Effekt (Nebel)
  • Geometrische Streuung (Blackmist-Filter)
  • Beugung (Haar im Gegenlicht)
  • Polarisation und Brewsterwinkel
  • Polarisation des Himmels
 
Filter
  • Neutraldichtefilter (zur Steuerung von Bewegungsunschärfe)
  • Polarisationsfilter (Reduzierung von Reflexionen, tiefblauer Himmel)
  • White- und Blackmist-Filter (Weichzeichner)
  • Farbfilter (Schwarzweiß-Fotografie)
    ➙ Praxistipps
 
Geometrische Parameter
  • Fokalebene
  • Scheimpflug-Prinzip mit Tilt-Objektiven, inklusive Praxixtest
  • Schärfentiefe, inklusive Praxistest
  • Brewsterwinkel, inklusive Praxistest
    ➙ Praxistipps
 

Bildverbesserung

  • Einsatz von KI: Der Unterschied zwischen einem »schönen« und einem »korrekten« Bild

Analog-Fotokurs »Ein Tag, zehn Fotos«

Mit der Mittelformat Kamera achtsam analog fotografieren.

Dies ist kein Workshop für Industriekunden, sondern richtet sich mehr an ambitionierte Hobbyisten oder junge Fotografen ohne die fundierte alte Handwerks-Ausbildung.

© Karsten Sengebusch – Dieses Foto der Mittelformataufnahme zeigt die Größe des Dias.

Worum geht es?

In Zeiten der digitalen Fotografie kostet ein Bild nichts, bis auf etwas Platz auf der Speicherkarte und auch dort passen tausende Bilder drauf.Was nicht gefällt, wird einfach gelöscht. Daher haben viele verlernt, sich Zeit zu nehmen, um ein Bild vorausschauend zu planen. Wenn man böse ist, könnte man dies als »Bulimie-Fotografie« bezeichnen.

Was machen wir?

Wir fotografieren analog auf Mittelformat-Film, auf den nur 10 Bilder passen. Da jedes Bild Geld kostet, ergibt es Sinn, bewusst auf Fokus, Licht und Schatten sowie die Komposition zu achten, bevor man auslöst.

Diese Fähigkeiten helfen ebenfalls auch bei Fotografieren mit digitalen Kameras.

Was verwenden wir?

Kamera

  • Mamiya RB 67
  • 3.5" großes »analoges Live-Display« mit Lupe
  • manueller Fokus
  • manuelle Belichtungseinstellung
  • Wechsel zwischen horizontal / vertikal
  • 6 × 7 cm Negativ-Größe, 10 Bilder je Film
 

Objektiv

  • MAMIYA SEKOR 127 mm F/3.8 (KB 61.5 mm)
    oder
  • MAMIYA SEKOR 90 mm F/3.8 (KB 43.5 mm)
 

Film

  • Farb-Negativ 120er Rollfilm mit 400 ASA (Kodak Portra 400)
    oder
  • S/W-Negativ 120er Rollfilm mit 400 ASA (Ilford XP2-Super 400)
 

Filter

  • Polarisationsfilter
  • Farbfilter: rot, gelb, grün und blau
 

Belichtungsmessung

  • TTArtisan Light Meter II
    oder
  • »Sunny sixteen« Regel
 

Blitzgerät

  • Metz 45-CL4 Stabblitz
 

Stativ mit Kugelkopf und Drahtauslöser

Die belichteten Filme werden dann im Fachlabor entwickelt und gescannt, neben den Negativen werden die Bilder mit 28 MPixel Auflösung digital zur Verfügung gestellt.

Warum Mittelformat?

Wir sind die Qualität moderner digitaler Kameras gewöhnt, die man bei analogen Kleinbild so nur mit sehr niedrig empfindlichen Filmen erreichen könnte. Das 6 × 7 cm Mittelformat bietet die 4,5-fache Fläche und damit auch bei höher empfindlichen Filmen eine sehr gute Bildqualität.

© Karsten Sengebusch – Der Scan des Dias von oben zeigt die Qualität der Mittelformat-Aufnahme.

© Karsten Sengebusch – Dieser 1:1-Pixelausschnitt zeigt die hohe Auflösung.

Warum Manueller-Fokus?

Der Verzicht auf einen Autofokus bedingt die bewusste Gestaltung von Fokus und Schärfentiefe. Zudem erfordert das Fokussieren Konzentration und Fingerspitzengefühl.

Wegen der im Vergleich zum Vollformat oder APSC deutlich größeren Brennweite kann eine reduzierte Schärfentiefe erreicht und der Fokus akzentuiert werden, was einen Teil des Mittelformat-Looks ausmacht.

© Karsten Sengebusch (zum Vergrößern anklicken)

Warum Festbrennweiten statt Zoom?

Festbrennweiten erfordern eine Anpassung von Aufnahmeentfernung und -standort an das Motiv, so dass man sich intensiv mit der Geometrie und Komposition des Bildes beschäftigen muss.

Darüber hinaus haben Festbrennweiten in der Regel eine höhere Bildqualität sowie größere Pupillen, womit sie mehr Bokeh liefern können.

© Karsten Sengebusch (zum Vergrößern anklicken)

Warum manuelle Belichtung?

Ohne Belichtungsautomatik wird der Blick für Kontraste im Bild geschärft und Sättigungen im Bild durch Über- bzw. Unterbelichtungen können vermieden oder bewusst geplant werden.

© Karsten Sengebusch (zum Vergrößern anklicken)

Warum verwenden wir eine Mamiya RB67?

Wir haben uns für diese Kamera entschieden, da sie einige interessante Eigenschaften hat:

© Karsten Sengebusch (zum Vergrößern anklicken)

  • 6 × 7 cm große Negative für eine optimale Bild-Qualität.
  • Der Wechsel von Hoch- zu Querformat erfolgt bequem durch Drehen der Filmkassette.
  • Ein Tausch der Filmkassette ist jederzeit möglich und damit ein Wechsel des Films (z. B. anderer ISO-Wert oder Negativ zu Dia, etc.)
  • Sehr präzise Fokussierung über Balgen.
  • Eine 7 × 7 cm große Mattscheibe liefert ein helles Sucher-Bild und einen optimalen Überblick über die Bild-Komposition. Die Grenzen für Hoch- und Querformat werden auf der Mattscheibe eingeblendet.
  • Ein Lichtschacht verhindert Reflexionen durch Sonneneinstrahlung, so dass das Sucher-Bild stets klar zu erkennen ist.
  • Eine einklappbare Lupe hilft beim Fokussieren oder der Kontrolle von Details.
  • Der Einblick von oben schafft die für das Mittelformat typische tiefere Aufnahmeposition auf Brust- oder Taillen-Höhe und sorgt damit für eine häufig vorteilhafte Perspektive.

Ablauf

Kurze Einführung

  1. Analoge Fotografie
    • Was sind die Unterschiede zwischen digital und analog?
    • Worauf muss man technisch achten?
      (Belichtung, Fokus, Schärfentiefe, etc.)
  2. Tipps für Bildgestaltung
    • Goldener Schnitt, Linienführung
    • Freistellung, Bokeh
    • Kontraste
  3. Vorstellung der verwendeten Kamera
 

Motiv-Jagd in Gruppen zu Zweit draußen

Jede Person bekommt eine Filmkassette mit dem gewünschten Film, jede Zweiergruppe bekommt eine Kamera mit einem Objektiv, Filter, Belichtungsmesser, Blitz, Stativ, etc. Der Austausch über Motivwahl- und -gestaltung und technische Aspekte der Aufnahme innerhalb der Gruppe ist gewünscht.

Als sinnvolle Ergänzung empfehlen wir vorab unser Seminar »Fotografie in der Praxis«, das einen sehr kompakten aber recht vollständigen Überblick über die relevanten Parameter, Filter- und Aufnahmetechniken gibt.


Unsere Seminare bieten Ihnen fundiertes Fachwissen, praxisnahe Beispiele und interaktive Diskussionen – alles, um Sie optimal auf den Einsatz modernster optoelektronischer Bauteile vorzubereiten. Wir freuen uns darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!

Die genauen Termine und Veranstaltungsorte werden hier in Kürze bekanntgegeben. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse oder folgen Sie uns auf LinkedIn, um immer auf dem Laufenden zu bleiben.


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Aktualisiert am: 26.03.2026